
Konzeption
Pädagogische Konzeption für das Jugend- und Kulturzentrum Walsrode
Offener Bereich
Offene Interessengruppen
Mitverwaltung
Verschiedene Altersgruppen
Projekte
Kulturarbeit
Abbau von Macht- und Gewaltverhältnissen zwischen den Geschlechtern
Verschiedene soziale Schichten
Unterschiedliche Nationalitäten
Kritische Haltung gegenüber Suchtmitteln aller Art
Beratungs- und Aufklärungsarbeit
Vernetzung Aufsuchende Jugendsozialarbeit
Politische Arbeit
Gewaltabbau
Hausordnung
Rahmenbedingungen
Räumlichkeiten
Finanzen
Öffnungszeiten
1. Offener Bereich
Nach wie vor gilt die offene Jugendarbeit als eine Hauptprämisse der Arbeit im Jugend- und Kulturzentrum.
Der offene Bereich, die Treffpunktfunktion der Einrichtung, bietet die Voraussetzung für das eigenständige Profil, für Mitverwaltung und Spontanität. Voraussetzung dafür sind:
- angstfreies und ungezwungenes Kennenlernen,
- rücksichtsvolles Miteinander und tolerierendes Nebeneinander.
Die Kinder und Jugendlichen haben die Möglichkeit an folgenden Angeboten teilzunehmen:
- Hausaufgabenbetreuung, besucherorientierte Öffungszeiten der Einrichtung,
- offene Angebote des Spiels und Sports
- Projekten
2. Offene Interessengruppen
Offene Interessengruppen haben die Möglichkeit, das Jugend- und Kulturzentrum zu nutzen, sofern sie den Zielen des Jugendzetrums dienen.
3. Mitverwaltung
Grundlage für die Mitverwaltung des Jugend- und Kulturzentrums durch die Besucherinnen und Besucher ist das Verwaltungskonzept in seiner jeweils gültigen Fassung. Konkrete Einzelziele sind zum Beispiel:
- Übernahme von Selbstverantwortung durch die Jugendlichen im Alltagsbetrieb (z.B.: Thekendienst, sorgsamer Umgang mit Inventar, ...),
- Selbstgestaltung der Freizeitaktivitäten (Bildung verschiender Arbeitsgemeinschaften und Interessengruppen) und
- Erlernen auch direkter Formen demokratischer Mitwirkung in den Besucherversammlungen und den Gremien
4. Verschiende Altersgruppen
Zielgruppen des Jugend- und Kulturzentrums sind alle jungen Menschen. Dazu zählen Kinder, Jugendliche und auch junge Erwachsene. Für diese Zielgruppen sind spezielle Angebote und Aktivitäten im Rahmen der offenen und kulturellen Arbeit anzubieten.
5. Pädagogischer Mittagstisch
Mit dem Pädagogischen Mittagstisch wird auf die sich verändernden familiären und gesellschaftlichen Bedigungen eingegangen. Eltern, Mütter und Väter haben die Möglichkeit, ihre Kinder an maximal drei Wochentagen stundenweise betreuen zu lassen. Kreative Ausdrucksmöglichkeiten der Kinder werden unterstützend begleitet. Der Aufenthalt im Jugend- und Kulturzentrum soll für die Kinder eine bereichernde und erweiternde Möglichkeit zum Elternhaus sein. Der Pädagogische Mittagstisch ist ein Alternativangebot und bietet Hilfe für spontane und kurzfristige 'Veränderungen der jeweligen familiären situation und ist eine Ergänzung zu bereits bestehdenden Angeboten. Der Pädagogische Mittagstisch arbeitet flexibel und soll als eine möglicher Baustein zwischen den Schulen und Familien verstanden werden.
6. Projekte
Es hat sich in den letzten Jahren auch im Walsroder Jugend- und Kulturzentrum gezeigt, dass Jugendliche für Projekte zu begeistern sind. In der Jugendarbeit besteht die Chance, anregende, spannende, spaßmachende und kompetenzerweiternde Aktivitäten durchzuführen. Handwerkliche, künstlerische und politische Projekte bieten sich in der Jugendarbeit an. Die Vorbereitung von Aktionstagen, auch themenorientiert (z.B.: Mädchenwoche, Straßenkünstlerfest, Kinderfilmfest, ...), eignen sich für solche zeitlich begrenzten Projekte genauso wie die Ferienaktivitäten. Solche Projekte müssen in der Regel produkt-, erlebnis- und ergebnisorientiert sein. Hier bietet sich die Chance, mit Kreativität und Eigeninitiative in einem begrenzten Zeitraum zu einem Erfolg zu kommen. In einigen Projekten kann das durchaus sinnvoll sein, auch Erwachsene anzusprechen. So können altersübergreifende Zusammenhänge hergestellt werden, die für die Jugendlichen die Chance beinhalten, andere und neue Lebenserfahrungen zu machen. Jugendarbeit kann so auch einen Beitrag zur Begegnung zwischen den Generationen leisten.
7. Kulturarbeit
Konzerte, Theaterveranstaltungen, Discos, Filme, Feste, Festivals, Kunstausstellungen, Lesungen, Kleinkunst und Förderung von Nachwuchsbands gehören seit jeher zur Angebotspalette des Jugend- und Kulturzentrums. Kulturarbeit bietet nicht nur die Möglichkeit neue Besucherkreise anzusprechen, sondern darüberhinaus auch hervorragende Ansätze für Selbst- oder Mitverwaltung der Jugendlichen, Eigeninitiative sowie kritische Auseinandersetzung mit politischen Inhalten. Das Jugend- und Kulturzentrum kann dabei auch ein Ort innerhalb der Stadt werden, der neuen und möglicherweise alternativen Kunst- und Kultureinrichtung Raum bietet. Es ist eine Vernetzung mit anderen Initiatoren und Veranstaltungen in Walsrode anzustreben.
8.Geschlechstspezifische Arbeit
Jugendarbeit für und mit beiden Geschlechtern muss durch geschlechtsspezifische Ansätze ergänzt werden. Aus diesem Grund werden im Jugend- und Kulturzentrum spezielle Angebote für Mädchen und Jungen entwickelt, um entsprechende Freiräume zu schaffen und gezielt auf Geschlechterprobleme eingehen zu können.
9. Unterschiedliche Nationalitäten und Kulturen
Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit im Jungend- und Kulturzentrum besteht in der aktiven Integration junger Menschen unterschiedlicher Nationalitäten. Die Einrichtung trägt auch aktiv dazu bei, Begegnungen zwischen Menschen unterschiedlicher Nationalitäten, Religionen, Kultur und/oder ethnischer Herkunft zu ermöglichen. Die Jundendarbeit tritt für Völkerverständigung ein und stellt sich gegen jegliche Ausgrenzung und gegen Fremdenhass.
10. Präventionsarbeit
Der präventive erzieherische Jugendschutz gehört zum Aufgabenbereich der Jugendpflege und somit des Jugend- und Kulturzentrums. Themen wie z.B. Drogen, Alkohol oder Nikotin werden im Rahmen der offenen Jugendarbeit immer wieder aufgegriffen und behandelt.
11. Beratungs- und Aufklärungsarbeit
Formlose Beratungsangebote durch die Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter des Jugend- und Kulturzentrums, aber auch institutionalisierte Beratungsangebote (Lebensberatung, Sozialberatung, Berufsberatung, Drogenberatung) sind von den jugendlichen Besucherinnen/Besuchern geäußerte Bedürfnisse und auch im Rahmen der Vernetzung mit anderen Einrichtungen anzustreben. Jährlich werden bereits Aufklärungstage zu verschiedenen aktuellen Themen in Zusammenarbeit mit den Schulen vor Ort organisiert und durchgeführt. Folgende Themen werden z.B. aufgegriffen:
- AIDS-Prävention,
- Gewalt in den Medien (TV, PC, Spielkonsolen etc.)
- sexualisierte Gewalt an Kindern und
- Gewaltdelikte im Namen der Ehre.
12. Vernetzung
Das Jugend- und Kulturzentrum arbeitet vernetzt. Verbindungen zu anderen Einrichtungen (Lebensberatung, Lebenshilfe, Schulen, Kreisjugendpflege, Volkshochschule) werden gepfelgt und neue Kontakte geknüpft. In Zusammenarbeit mit dem Sozialraumprojekt Walsrode ist das Jugend- und Kulturzentrum im Bereich der mobilen Arbeit aktiv geworden. Außerdem wird intensiv mit den Sozialarbeiterinnen/Sozialarbeitern der Walsroder Schulen kooperiert. Die Zusammenarbeit und Vernetzung sind elementar für den Austausch und die Weiterführung der Arbeit sowie für fundierte Hilfen im Einzelfall.Die Zusammenarbeit mit Fachdiensten im Rahmen der sozialen Infrastruktur ist für notwendige und angemessene Hilfeleistungen gegenüber betroffenen Besucherinnen/Besuchern des Jugend- und Kulturzentrums unentbehrlich.
13. Aufsuchende Jugendsozialarbeit
Die Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter des Jugend- und Kulturzentrums bieten ein dezentrales bedarfsorientiertes Spiel- und Freizeitangebot an, das einen sozialpädagogischen und erlebnisorientierten Charakter enthält und für Kinder und Jugendliche an wechselnden Standorten organisiert und durchgeführt wird. In einer offenen Struktur soll den Bedürfnissen durch Kontakt, Kommunikation und Kontinuität entsprochen werden. Hierbei ist die Vernetzung mit anderen Trägern im Rahmen eines gesamtheitlichen Konzeptes durchzuführen.
14. Politische Arbeit
Politische sowie gesellschaftspolitische Veranstaltungen werden unter Wahrung des Pluralitätsprinzips vom Jungend- und Kulturzentrum veranstaltet.
15. Gewaltabbau
Dem Auftreten von physischer und psychischer Gewalt im Jugend- und Kulturzentrum sind pädagogische Lösungen entgegenzusetzen, zum Beispiel durch Aufklärung zum Thema Gewalt, aggressionsabbauende Spiele und Übungen, Seminare zum gewaltfreien Widerstand. Es wird darauf geachtet, dass der Umgang mit den unterschiedlichen Medien (Internet, PC-Spiele usw.) nach den rechtlichen Bestimmungen alters- und sachgemäß ist.
16. Hausordnung
Für das Jugend- und Kulturzentrum gilt eine Hausordnung. Sie gilt für alle Besucherinnen/Besucher der Einrichtung und ist durchzusetzen.
Rahmenbedingungen
1. Räumlichkeiten
Die Stadt Walsrode trägt auch weiterhin durch das Bereitstellen, die Unterhaltung sowie ggf. Erweiterungen der Räumlichkeiten Sorge für eine sachgerechte Umsetzung dieser Konzeption. Die Räumlichkeiten des Walsroder Jugend- und Kulturzentrums haben sich weitgehend als geeignet erwiesen. Das Forum mit Empore ist für Veranstaltungen ideal. Das wirkt sich jedoch im offenen Bereich eher negativ aus (hoher Lärmpegel, keine Rückzugsmöglichkeiten). Wichtig ist dabei die Möglichkeit, im Rahmen von Umbaumaßnahmen flexibel in der Gestaltung von Räumen zu sein, um auf aktuelle Bedürfnislagen einzugehen. Der Standort des Jugend- und Kulturzentrums in zentraler Lage hat sich als ausgezeichnet und uneingeschränkt positiv herausgestellt.
2. Finanzen
Finanziell ist von der Stadt Walsrode als Träger des Jugend- und Kulturzentrums im Rahmen der haushaltsrechtlichen Möglichkeiten dafür Sorge zu tragen, dass genügend Mittel zur Verfügung stehen, die es ermöglichen, die festgelegten Ziele der Konzeption zu erreichen. Über die Vergabe der Mittel wird, wie im Verwaltungskonzept vorgesehen, entschieden.
3. Öffnungszeiten
Die Regelung der Öffnungszeiten obliegt der Besucherverwaltung laut Verwaltungskonzept. In Zusammenarbeit und Absprache mit der Leitung des Hauses sind Regelungen zu finden, die den jugendlichen Interessen entsprechen. Hierbei ist ein bestimmtes Maß an Flexibilität sicherlich unabdingbar und durchaus wünschenswert.